Reisen & Austausch

Bericht eines Austausches von Krankenpflegepersonal Schaumburg Deutschland nach Schaumburg Illinois in der Zeit vom 13.10.-23.10.2003

Montag, 13.10.2003
10.05 Uhr Start in Hannover, über Kopenhagen und Ankunft in Chicago um 17.40 Uhr Ortszeit. Um 20.00 Uhr wurden wir im Hyatt Regency mit einem kalten Buffet begrüßt und auf die Gastfamilien verteilt.

Dienstag, 14.10.2003
Um 9.00 Uhr gab es einen Einblick in die Aufgaben der Village of Schaumburg. Auch Bürgermeister Al Larson ließ es sich nehmen, uns mit einer heiteren und informativen Rede zu begrüßen.
Anschließend wurde den deutschen Krankenschwestern die Nursing Division vorgestellt, die sich um ambulante pflegerische Angebote kümmert. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Stadt Schaumburg offensichtlich über gute finanzielle Möglichkeiten im sozialen Bereich verfügt. Die Mittagszeit verbrachte wir mit dem Jugendfußballerteam aus Schaumburg/Deutschland bei einem All American Lunch - soll heißen Hot Dog Buffet !
Der Nachmittag wurde mit einem Besuch der Polizei und der Feuerwehr abgerundet.

Mittwoch, 15.10.2003
Der Tag begann mit einem Schrecken in der Morgenstunde. Eine der Reiseteilnehmerinnen war am Vorabend umgeknickt und benötigte ärztliche Hilfe. Diese wurde umgehend geleistet, da das erste Krankenhaus zur Besichtigung anstand - St. Alexius Medical Center. Während der Rest Gruppe über das amerikanische Gesundheitswesen informiert wurde, bekam der "Unglücksvogel" den direkten Einblick in die klinische Versorgung. Nachmittags stand der Besuch einer psychiatrischen Einrichtung an.
Das Abendessen wurde in einer Brauerei eingenommen. Das es dabei lautstark zuging, lag daran, dass gerade das Chicagoer Baseballteam "Cups" ein Match zu spielen hatte, bei dem es um den ganz großen US Sieg ging.

Donnerstag, 16.10.2003
Als erstes Begrüßung vom Schaumburg Township, wo die Aufgaben, die zu großen Teilen im sozialen Sektor liegen, dargestellt wurden.
Anschließend ging es in ein großes Seniorenheim, wo wir mit einer Feuerschutzübung und zwei reizenden deutschstämmigen Damen in direkten Kontakt kamen. Die beiden Frauen, die seit über fünfzig Jahren in den USA leben, waren gerade auf dem Weg zu einem Treffen mit anderen deutschstämmigen Damen und beeindruckten mit schönem norddeutschen Akzent !
Nach dem Mittagessen stand eine Tageseinrichtung für Senioren und eine Notfallambulanz zur Besichtigung an.

Freitag, 17.10.2003
Der ganze Tag war auf Wunsch aller deutschen Teilnehmer eine Fahrt an den Mississippi gewidmet. Nach einer eindrucksvollen Fahrt durch die Landschaft von Nordillinois konnte man auf einem schönen Schaufelraddampfer in großen Höhen Adler bewundern und zum Mittagessen gab es Country and Western live gesungen. Das National Mississippi Museum in Dubuque lieferte im Anschluss noch einmal sehenswerte und wichtige Informationen über Historie, Fauna und Flora des Mississippi und Missouri Gebietes. Nach diesem erlebnisreichen Riverboat-Trip ging es gegen Abend während eines atemberaubenden Sonnenuntergangs dem Wochenende in Schaumburg entgegen.

Samstag 18.10.2003 und Sonntag 19.10.2003
Die Gastfamilien haben an diesen beiden Tagen mit ihren Gästen ein großartiges, individuelles Programm erstellt. Fast alle waren in Chicago und im Großraum Chicago unterwegs und so mancher Dollar wechselte bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen den Besitzer !

Montag, 20.10.2003
Der Tag stand ganz unter dem Zeichen des größten Krankenhauses Chicagos - des Stroger Hospital. Dieses Krankenhaus wurde vor nicht ganz einem Jahr eröffnet und lässt Krankenschwesternherzen höher schlagen.
Sowohl die Vorträge als auch die Tour durch das Haus waren von größtem Interesse.
Der Nachmittag stand dann wiederum für ausgiebige Sightseeing- und Shoppingtouren in Chicago zur Verfügung.

Dienstag, 21.10.2003
Um 8.00 Uhr ging es zu der großen Medizinproduktefirma Baxter. Umfangreiche Vorträge über Dialyse und das Ausprobieren verschiedener Einmalprodukte machte allen Teilnehmern Spaß. Anschließend konnte noch die Produktion von Antibiotika in Augenschein genommen werden.

Mittwoch, 22.10.2003
Der Tag begann mit einem Schock - drei Gruppenteilnehmer hatten mit einer gastgebenden Amerikanerin einen Auffahrunfall nahe des Harper College. Schnell konnte Entwarnung gegeben werden, es war allen nichts passiert. Nur die vor Ort anwesende Polizei war etwas verwirrt : da machten doch allen Ernstes Schaumburger aus ‚Germany' Aussagen!
Anschließend erhielten wir Einblicke in die theoretische und praktische Ausbildung von Krankenschwestern in den USA.
Nachmittags wurde eine der größten Shoppingmeilen der Welt, Woodfield Mall, die sich in Schaumburg befindet, unsicher gemacht.
Aber auch die Kultur kam nicht zu kurz. Die alte Schaumburger Kirche St. Peter stand zur Besichtigung an. Sie wurde von den ersten Siedlern erbaut und gilt seitdem als eines der ältesten Gebäude Schaumburgs.
Am Abend gab es ein großes, geselliges Abschiedsessen mit allen Teilnehmern und Gastfamilien, das von den amerikanischen Freunden liebevoll mit selbstgemachten Speisen, Salaten und Getränken gestaltet wurde.

Donnerstag, 23.10.2003
Der Tag stand ganz unter dem Zeichen der Abreise. Trotz allem wurde noch das Schaumburger Baseballstadium und der Flugplatz besichtigt. Dort, bei Pilot Pete's, gab es dann noch einmal ein richtig gesundes Essen: dicke Hamburger mit Pommes !
Gegen 18°° Uhr hieß es dann endgültig Abschied nehmen von alten und neuen Freunden und der Bus brachte uns zum O'Hare International Airport.
Pünktlich um 22.15 Uhr(Ortszeit) startete der Flug nach Kopenhagen. Gegen 18.30 Uhr war dann die Reise in Hannover endgültig zu Ende.

Insgesamt waren es erlebnisreiche Tage. Die Gastfreundschaft der Amerikaner macht es leicht, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Außerdem war es bemerkenswert zu sehen, dass alle Aktivitäten durch Sponsoren großzügig unterstützt wurden.
Alle Teilnehmer der Gruppe haben viele Dinge sowohl im beruflichen als im privaten Bereich dazugelernt. Der Austausch von Berufsgruppen trägt entscheidend dazu bei, voneinander zu lernen und dadurch einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.

Astrid Teigeler-Tegtmeier