Reisen & Austausch

Schaumburger Polizisten zu Besuch in Schaumburg, Illinois
3. Austauschmaßnahme mit US-Kollegen vom 26.08 2007-07.09.2007

Die Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e. V. (SDAG) und die amerikanische Schaumburg Sister Cities Commission haben es nach 1999 und 2004 erneut vier Polizeibeamten aus der Polizeininspektion Nienburg / Schaumburg ermöglicht, für zwölf Tage zu Gast bei Kollegen des Schaumburg Police Department in Schaumburg Illinois, USA, zu sein. Nach intensiver Vorbereitung des 2. stellvertretenden Vorsitzenden der SDAG PHK Klaus-Dieter Budde vom PK Rinteln und seines amerikanischen Kollegen Lieutenant Michael Marchese konnte es am 26.08 2007 losgehen.

Die Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e. V. (SDAG) und die amerikanische Schaumburg Sister Cities Commission haben es nach 1999 und 2004 erneut vier Polizeibeamten aus der Polizeininspektion Nienburg / Schaumburg ermöglicht, für zwölf Tage zu Gast bei Kollegen des Schaumburg Police Department in Schaumburg Illinois, USA, zu sein. Nach intensiver Vorbereitung des 2. stellvertretenden Vorsitzenden der SDAG PHK Klaus-Dieter Budde vom PK Rinteln und seines amerikanischen Kollegen Lieutenant Michael Marchese konnte es am 26.08 2007 losgehen.

Nach ca. 14-stündiger Anreise via Hamburg und London und 7-stündiger Zeitverschiebung zu Deutschland wurden POK Armin Stöber vom PK Bad Nenndorf, PK Ralf Gerlach vom PK Stadthagen, PK Thorsten Roddau vom PK Bückeburg, sowie PK Michael Dubois vom PK Rinteln von ihren jeweiligen Gastgebern am Chicago O'Hare International Airport abgeholt. Neben Lt. Marchese als Gastgeber für POK Stöber waren dies die Officer Steward Wing für PK Gerlach, Officer Scott Lane für PK Roddau und Officer Pete Castritsis für PK Dubois.

Nachdem der erste Abend in den jeweiligen Gastfamilien verbracht wurde, erfolgte am 2. Tag die Begrüßung durch den Polizeichef Richard Casler. Anders als in Deutschland wird der Polizeichef vom Bürgermeister der Stadt bestimmt und muss nicht zwingend Polizeibeamter im aktiven Dienst sein. Im Anschluss wurde das Dienstgebäude besichtigt und die deutschen Beamten erhielten die Gelegenheit in der Tiefgarage des Police Departement eine kurze Probefahrt mit dem "Police-Segway Human Transporter", jenem 20 Km/h (12,5Mp/h) schnellen Hightech-Elektoroller, der sich selbst ausbalanciert, zu unternehmen.

In den folgenden Tagen erfuhr man im täglichen dienstlichen und privaten Miteinander viel über die Unterschiede, stellte aber auch Gemeinsamkeiten fest. Der wohl markanteste dienstliche Unterschied liegt in der Tatsache, dass die US-Kollegen alleine auf Streife fahren. Da jedoch immer ca. 10-15 Streifen unterwegs sind (Schaumburg Illionois ist in 10 Streifenbereiche unterteilt und jedem Bereich ist ein Wagen zugewiesen), ist man nur in äußerst seltenen Fällen auf sich alleine gestellt.

Auch gibt es das bei uns praktizierte Wechselschichtsystem nicht. Jeder Beamte arbeitet ausschließlich, entweder Früh- Spät- oder Nachtschicht. Zum Entsetzen der deutschen Beamten mussten sie erfahren, dass die amerikanischen Kollegen nicht wie in Deutschland Beamte auf Lebenszeit sind, sondern entlassen werden können.

PK Dubois hatte zudem die Gelegenheit einer Gerichtsverhandlung beizuwohnen. Sein Gastgeber, Officer Casritsis, musste als Zeuge aussagen. Eine 39-jährigen Frau hatte unter dem Einfluss von Kokain und Medikamenten einen Verkehrsunfall verursacht. An besagtem Verhandlungstag ging es jedoch ausschließlich um die Rechtmäßigkeit der Ingewahrsamnahme der Beschuldigten durch Officer Casritsis und einen weiteren Kollegen. Als Ergebnis wurde vom Richter festgestellt, dass die Officer rechtmäßig gehandelt hatten.

Dienstlicher Höhepunkt war sicherlich die Bewältigung des Septemberfest vom 30.August -03.September. Jeden ersten Montag im September feiern die Amerikaner ihren Labour Day (Tag der Arbeit). Vergleichbar mit einem Schützenfest oder einer großen Kirmes findet am Montagmorgen traditionell eine Parade statt, bei der sich alle öffentlichen Institutionen wie Polizei und Feuerwehr, aber auch die Army oder alle Schaumburger Schulen, Kindergärten, Vereine und sonstige Organisationen wie auch die Schaumburg Sister Cities Commision, präsentieren.

Zur großen Überraschung der deutschen Beamten wurden sie als Gäste der Schaumburg Sister Cities Commission gebeten, an der Parade teilzunehmen. Also schnell 4 dienstliche Sonnenbrillen organisiert, ein paar bunte "Freundschaftskettchen" um den Hals und los ging es auf die ca. 2,5 Kilomter lange Strecke. Spätestens jetzt wurde einem klar, welch hohes Ansehen der Beruf des Polizisten in der Bevölkerung der Vereinigten Staaten genießt, und einige Amerikaner wollten sogar wissen, ob es sich tatsächlich um "echte" deutsche Polizisten handelt.

Völlig verdutzt waren die deutschen Kollegen, als jeweils am Ende der Veranstaltung nach einem gigantischen Feuerwerk der gesamte Festplatz mittels "Polizeikette" geräumt wurde. Wenn die Genehmigung nur bis 22.30 Uhr geht, dann ist in Amerika auch um 22.30 Uhr Schluss. Ohne wenn und aber und ohne "och können wir nicht noch ein bisschen?". Und wer das ein oder andere Bier trinken möchte, muss erst durch seinen Führerschein nachweisen, dass er 21 Jahre alt ist. Dann erst bekommt man das rote Plastikbändchen um das Handgelenk, das einem den uneingeschränkten Zugang zu allen Getränken erlaubt.

Natürlich wurde nicht nur Dienst versehen. In einem ausgiebigen Sightseeing-Programm besichtigten die Cop's aus Schaumburg Germany die Village of Schaumburg, die nähere Umgebung und natürlich auch Chicago. Die Fahrt auf einem Patrouillen-Boot der Wasserschutzpolizei Chicago auf dem Lake Michigan mit der einzigartigen Sicht auf die Skyline Chicagos wird wohl niemand so schnell vergessen. Auch nicht den Besuch eines American Football Spiels der „Chicago Bears“ gegen Cleveland. Oder der fast nicht vorstellbare Sicherheitsaufwand der betrieben wird, z.B. den Sears-Tower, immer noch das höchste Gebäude auf der nördliche Erdhalbkugel, vor terrorstischen Anschlägen zu schützen.

Erhebliche Schwierigkeiten hatten die deutschen Beamten mit den amerikanischen Maßeinheiten. Das man von einem 14 Oz (Unzen) Steak 3 Tage essen kann, war nicht wirklich zu erwarten. Und das man Klimaanlagen so kalt einstellen kann, dass man im Restaurant friert, ebenfalls nicht. Na ja, bei knapp 90 Grad Außentemperatur (Fahrenheit versteht sich) vielleicht verständlich, sicher ist sicher.

Etwas wehmütig wurde am 07. September die Heimreise angetreten.

Ausnahmsweise ist man sich mal einig. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Gegenbesuch findet vom 26. September bis zum 07. Oktober statt. Und die amerikanischen Gastgeber sind auch schon ganz gespannt auf "Dschörmany"

Interessante Weblinks:
http://www.sdag-shg.de/aktiv_03.html
http://www.ci.schaumburg.il.us/
http://www.ci.schaumburg.il.us/vos.nsf/schaumburg/MJFT-696N2M

M. Dubois, Sept. 2007