Reisen & Austausch

US Cops auf Gegenbesuch im Landkreis Schaumburg


Zweieinhalb Wochen nachdem die deutschen Polizeibeamten zu Besuch in Schaumburg Illinois waren, konnten Polizeihauptkommissar Armin Stöber, Polizeikommissar Michael Dubois, Polizeikommissar Ralf Gerlach und Polizeikommissar Thorsten Roddau am Vormittag des 26.09.2007 ihre US Kollegen zum Gegenbesuch am Flughafen Hannover Langenhagen in Empfang nehmen.

Am Nachmittag saßen Lieutenant Michael Marchese, Officer Scott Layne und Officer Peter Castritsis schon wieder im Flugzeug. Diesmal jedoch jeder für sich allein in einem Segelflieger des Luftsportverein Bückeburg. Dort wurde das jährliche Reviervergnügen des Polizeikommissariates Bückeburg gefeiert und die Gäste aus Amerika konnten das erste "deutsche Bier" kosten. Officer Stewart Wing verweigerte den Rundflug mit der Begründung, dass er lange genug im Flugzeug gesessen habe und sich in nichts hineinsetzen würde das keinen Motor hat.

Am folgenden Tag ging es nach Nienburg. Der Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Herr Leitender Polizeidirektor Frank Kreykenbohm, begrüßte die amerikanischen Polizisten im Dienstgebäude und erläuterte den Aufbau der niedersächsischen Polizei.

Anschließend ging es nach Hoyahagen, wo eine Vorführung der Hundeführer besucht wurde. Hier ließ es sich Officer Castritsis nicht nehmen, sich vom 4-jährigen Polizeihund "Bruno" in einem Ganzbeißanzug über den Trainingsplatz jagen zu lassen. Und das trotz Jetlag. Bruno hatte relativ leichtes Spiel.

 

Am Freitag wurden die Wasserwerfer und Sonderwagen der Bereitschaftspolizei in Hannover besichtigt. Etwas ratlos fragte Officer Scott Layne, wofür mann solche Fahrzeuge denn benötigen würde. Als dann Bilder von Gorlebeneinsätzen gezeigt wurden kam der Einwand, dass es derartiges in Amerika nicht geben würde. Mittags wurde der Hubschrauberstaffel ein Besuch abgestattet und auf dem Weg zurück ins Schaumburger Land konnten die Amerikaner erleben, was es heißt freitags nachmittags auf der A2 unterwegs zu sein.

In den folgenden Tagen wurden der Reiterstaffel (kein Kollege aus den USA konnte sich hinterher an die Namen der Pferde erinnern, an die Namen der Reiterinnen hingegen schon) und dem Sondereinsatzkommando (SEK) Besuche abgestattet. Selbstverständlich wurde auch "auf Streife" gefahren, einzig Petrus machte den Spielverderber und ließ es den ganzen Tag "Bindfäden regnen".

Zwei Stunden in der Hannover 96-Fankurve der AWD-Arena ließ die US-Kollegen zu der Erkenntnis kommen, dass German Soccer Fans "crazy" sind.

Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier begrüßte die US Polizisten in Begleitung des Vorsitzenden der Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e.V., Dr. Egon Crombach, in seinen Diensträumen und stellte u.a. die Unterschiede der beiden "Schaumburg" dar.
Nach einer Schlossführung durch Schloss Bückeburg freute sich Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe über das Modell eines Streifenwagens der Schaumburg Illinois Police. Sein Kommentar: " Das ist ja wunderbar, nicht jeder hat einen Streifenwagen mit seinem eigenen Namen"

In den Abendstunden wurden jeweils die Schaumburger Kneipen unsicher gemacht und mancher Kollege musste sich dem doch wesentlich stärkeren deutschen Bier geschlagen geben. Aber was nützt es, man musste trainieren.

Dem 2. stellvertretenden Vorsitzenden der Schaumburg Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e.V., Polizeihauptkommisar Klaus-Dieter Budde, und dem bayrischen Kollegen Erich Heinz von der Polizeiinspektion Germering ist Unmögliches gelungen. Eine kurzfristige Tischreservierung in einem Festzelt des Oktoberfestes in München.

So ging es am "Tag der deutschen Einheit" (Kopfschütteln der sehr national denkenden Gäste herrschte darüber, dass unsere Kanzlerin an einem solchen Tag zu einem Staatsbesuch nach Afrika aufbricht) dorthin, wo sich jeder Kollege hinter vorgehaltener Hand wohl am meisten drauf gefreut hatte.
Nach einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau, ausdrücklicher Wunsch der Gäste, wurde mit dem Kollegen Heinz eine kleine Stadtführung durch München unternommen.

Für alle Beteiligten völlig unerwartet endete diese im Hofbräuhaus bei Haxen, Klößen und Paulaner Bier.

Am Donnerstag ging es dann auf die Wies'n. Die deutschen Gastgeber bekamen beigebracht, dass man Brezn gefälligst mit Senf zu essen hat, während die Amerikaner fassungslos zusahen, wie 160 cm "kleine Bedienungen" im Dirndl auf einen Schlag 8-10 Maßkrüge anlieferten.
Am frühen Freitagmorgen wurde die Heimreise aus München angetreten. Die beiden letzten Abende gehörten dann noch einmal den jeweiligen Gastfamilien.

 

Am Samstag traf man sich noch einmal beim PK Bad Nenndorf, wo den Gästen noch einige Geschenke überreicht wurden. Jeder Gast bekam sein individuelles Schaumburger Kfz-Kennzeichen und eine "Anhaltekelle". Wie die Gäste die Einsatzhelme in ihrem Gepäck unterbringen, war den Gastgebern völlig egal. Schließlich hatte man ja in Schaumburg Illinois ähnliche Probleme zu lösen.

Nach elfeinhalb Tagen (gefühlten vier Tagen) ging es für die US Cops am Sonntag den 07.10.2007, morgens um 6 Uhr früh, von Hannover zurück in die Vereinigten Staaten.

Für alle Beteiligten steht fest: Das war ganz sicher nicht das letzte Mal, dass man sich gesehen hat.

Auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal ganz besonders bei der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft e.V., der Schaumburg Sister Cities Commission, sowie allen beteiligten Dienststellen, Vorgesetzten und sonstigen Verantwortlichen für die Unterstützung und das Ermöglichen dieses Austausches bedanken.
In der Hoffnung dass es noch vielen weiteren Kollegen(innen), welcher Berufsgruppe auch immer, möglich seien wird, an diesem erfolgreichen Austauschprogramm teilzunehmen.


M. Dubois, Oktober 2007